Nauendorf, den 08.03.2013


Festrede des Vorsitzenden des Kreisanglervereins Saalkreis e.V. im DAV e.V. anlässlich des 50. Jahrestages des Kreisanglervereins Saalkreis e.V.

am 08. März 2013




Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde, liebe Gäste, werte Anwesende,


ich freue mich, dass Sie der Einladung zu unserer Festsitzung anlässlich des 50.Jahrestages des KAV Saalkreis e.V. hier im schönen Landgasthof „Sattelhof“ in der Stadt Wettin-Löbejün gefolgt sind.


Auf unserer Mitgliederversammlung im November 2012 haben wir beschlossen, den 50. Jahrestag des KAV mit einer kleinen Feierstunde und mit einem Sommerfest in unserem Anglerheim in Brachwitz/ Morl würdig zu begehen und uns dabei besonders an die Leistungen der älteren Sportfreunde zu erinnern und alle diejenigen zu ehren, die unserem KAV von Anfang an seit 1963 die Treue gehalten haben. Diese Angler der ersten Stunde werden auf unserem Sommerfest ein kleines Ehrengeschenk erhalten. Es handelt sich dabei um 30 Sportfreunde aus den einzelnen Gruppen des KAV.


Über die bewegte Zeit aus den Anfängen werden Hans Knopf, unser 1. Vorsitzender, und andere Sportfreunde später noch anschaulich berichten. Wenn ich auf diese 50 Jahre KAV Saalkreis zurückblicke, so hatten wir insgesamt nur 6 Personen als Vorsitzende unseres Kreisanglervereins, was für eine gewisse Kontinuität und Stabilität der Vereinsführung spricht. In Reihenfolge waren das:


Hans Knopf

Gerhard Wollenhaupt

Willi März

Gerd Bomeier

Willi März

Heinrich Ramisch und

Ernst Bachmann



Jetzt möchte ich aber alle Freunde und Gäste begrüßen, die uns immer hilfreich zur Seite standen. Herzlich willkommen !


Beispielhaft begrüße ich:


A) aus den Reihen der Anglerschaft: den Präsidenten des LAV, Roger Schenkel, den damaligen 1. Vorsitzenden des KAV, Hans Knopf und Ehefrau, die späteren Vorsitzenden des KAV Heinrich Ramisch und Ehefrau und Gerd Bomeier,

den Vorsitzenden des Ältestenrates des KAV, Helmut Wald und Ehefrau


B) aus den Reihen der Wirtschaft unseren Hauptverpächter und Freund: Herrn Dr. Rudolf Henze und Ehefrau und


C) aus dem Bereich des öffentlichen Lebens: unsere Bürgermeisterin der Stadt Wettin-Löbejün, Frau Antje Klecar.


Wir möchten aber auch derjenigen Sportfreunde gedenken, die unsere Anglergemeinschaft leider für immer verlassen haben. Darunter sind unser langjähriger Vorsitzender des KAV, Willi März, unser langjähriger Geschäftsführer des KAV, Waldemar Guckuck, der ehemalige Vorsitzende des Ältestenrates des KAV, Fritz Wank, mein langjähriger ehemaliger Stellvertreter und Aktivist des KAV, Manfred Boskugel und aus den Reihen der Gruppenvorsitzenden der ehemalige Vorsitzende von Landsberg, Wolfgang Ibe, Manfred Boskugel zugleich als Vorsitzender von Löbejün sowie der Sportfreund Franz Häußler, Vorsitzender der Gruppe Bennstedt.


Wir werden allen ein ehrendes Gedenken bewahren. Ich bitte Sie, sich für eine Gedenkminute von den Plätzen zu erheben ! Danke !


Ich erachte es für sehr wichtig, heute hier an dieser Stelle dem Ältestenrat, dem erweiterten Vorstand und allen Sportfreunden zu danken, die in den langen Jahren seit der Gründung des KAV immer aktiv gearbeitet haben um das zu erreichen, worüber ich in meinen kommenden Ausführungen noch sprechen möchte. Es gehört schon eine Menge Idealismus dazu, die persönlichen Dinge in den Hintergrund zu stellen und sich um Vereinsprobleme zu kümmern, die manchmal nicht unbedingt nur von angenehmer Natur sind. An all jene und besonders auch an die Ehefrauen, die diese Arbeit unterstützt haben und die heute am 8. März nun schon seit über 100 Jahren Ihren Ehrentag haben, richte ich unseren und meinen Besonderen DANK !


Dass die Gründung des KAV gerade am 08. März 1963 erfolgte, ist daher bestimmt kein Zufall !


Danken möchte ich aber auch dem Präsidium des LAV Sachsen-Anhalt und seinem Präsidenten, Roger Schenkel, sowie den hauptamtlichen Mitarbeitern der Geschäftsstelle des LAV. Sie haben uns oft geholfen, manch kompliziertes Problem zu lösen.


Es sei mir an dieser Stelle auch gestattet, mich bei denjenigen Sportfreunden zu bedanken, die mit großem Engagement und persönlichem Einsatz nun schon über viele Jahre hinweg die Schulungen und Prüfungen zum Erwerb des Fischereischeins durchführen. Stellvertretend möchte ich Jürgen Hoyer, meinen Stellvertreter im KAV, die Sportfreundin Annett Hesse und unseren Schriftführer, Ralf Plötz sowie den Sportfreund Dirk Wald als stellvertretenden Vorsitzenden der Prüfungskommission bei der Unteren Fischereibehörde nennen. Letztendlich liegt es in unserem eigenen Interesse, einen gut ausgebildeten Anglernachwuchs für unsere Ortsvereine zu bekommen.


Wir konnten feststellen, dass gerade die Vorbereitungen auf die Prüfung nach dem vom Kreisanglerverein entwickelten Lehrprogramm zu einem Mitgliederwiederanstieg in unserem Verein in den letzten Jahren geführt haben und somit auch ein gefährliches Schrumpfen der Mitgliederzahlen verhindert haben. Die zahlenmäßige Stärkung des KAV ist unabdingbar für die Durchsetzung der Ziele unserer Gemeinschaft, denn wir haben nicht überall nur Freunde.


Dabei hat sich die Zusammenarbeit mit der Unteren Jagd- und Fischereibehörde und der Naturschutzbehörde im Interesse unserer Anglerschaft in den letzten Jahren seit der Kreisgebietsreform und der Bildung des „Saalekreises“ gut entwickelt. Der Dank gilt daher auch Herrn Detlef Bublitz für seine Unterstützung. Mit der Einbeziehung erfahrener, langjähriger Vereinsvorsitzender wie zum Beispiel Sportfreund Wilhelm Mänicke und Rudolf Kittler als „alte Hasen“ des KAV, oder dem Leiter der Fischereiaufsicht des KAV, Sportfreund Bernd Schumann, in den Prüfungsausschuss für das Ablegen der Fischerprüfung, konnten wir die Durchführung der Prüfungsgespräche weiter verbessern.


Das hat entscheidend mit dazu beigetragen, einen festen Stamm von Anglern in unserem KAV zu haben.



Liebe Sportfreunde,


alles in allem können wir auf die in den vergangenen 50 Jahren geleistete Arbeit stolz sein und gerade die Mitgliederentwicklung bei landesweit rückläufigen Einwohnerzahlen beweist die Richtigkeit des Weges. Es ist uns gelungen, den Angelsport in all seinen verschiedenen Sparten, ob Casting, Meeresangeln, aber auch zur Durchführung der nach § 41 FischG vorgeschriebenen Hege- Veranstaltungen an den Pachtgewässern weiterzuentwickeln und in unserem Kreisgebiet populärer zu machen.


So hat sich die Mitgliederzahl von 2011 mit 1.156 Mitgliedern bis zum Jahr 2013 auf 1.187 Mitglieder in unserem KAV erhöht. Dieses ist ein schönes Ergebnis, insbesondere in Würdigung des 50. Jahrestages unseres Kreisanglervereins Saalkreis und in Vorbereitung des 60. Jahrestages unseres Dachverbandes, des DAV, im Jahr 2014, der zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon in dem dann neu gegründeten gesamtdeutschen „Deutschen Angelfischer- Verband (DAFV)“ weiterleben wird.


Neben den Anglervereinen von Magdeburg, Halle, Bitterfeld, Weißenfels und Wittenberg, um nur einige zu nennen, sind wir zahlenmäßig, aber auch nach unserer Leistungskraft, in der vordersten Reihe der Vereine des LAV Sachsen-Anhalt e.V. zu finden und wir wurden bereits mit der Ehrenschleife für verdienstvolle Vereine des LAV ausgezeichnet. Das erfüllt uns mit Stolz, ist aber zugleich eine große Verpflichtung.


So werden wir in unserem Jubiläumsjahr 2013 für das Zentrale Jugendlager des LAV in Brachwitz an der Saale und für die Landesmeisterschaft in der Vielseitigkeitsprüfung des LAV zuständig sein.


Der LAV Sachsen-Anhalt e.V. ist mit seinen 40.000 Mitgliedern zu einer Größe herangewachsen, die im öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken ist. Aufgrund dieser Tatsache stellen wir bei einem geschlossenen Handeln aller Mitglieder ein nicht unerhebliches Potenzial gegenüber denjenigen dar, die uns nicht immer wohl gesonnen sind. Im Bewusstsein dieser Tatsache sollten wir auch unser Handeln danach ausrichten.


Gestatten Sie mir jetzt, dass ich zu einigen wichtigen Dingen der vergangenen Zeit nähere Ausführungen mache. In den zurückliegenden Jahren haben wir die Bedingungen für die Organisation unserer Arbeit immer weiter verbessert.


Mit unserem Geschäftsführer, Veit Nagel, haben wir einen umsichtigen, erfahrenen Angler, der selbst als dienstältester Vorsitzender in der Untergruppe Brachwitz tätig ist, zur Seite, der die Fäden des Vereins in der Geschäftsstelle in Brachwitz in der Hand hält. Wir haben die Räumlichkeiten, die funktional ihren Zweck erfüllen und wir verfügen auch über die notwendige Sachausstattung und Technik. Darüber hinaus sind wir neben Telefon auch über das Internet unter www.kav-saalkreis.de zu erreichen und mit dem LAV verlinkt; einzelne Gruppen haben eine eigene Internet- Präsenz. Unser Anglerheim in Brachwitz/ Morl wird regelmäßig für Vorstandssitzungen, das jährliche Jugendlager der Angler und für Beratungen mit den Vorsitzenden der Gruppen und Vereine genutzt.


In Vorbereitung unseres Ausstellungsteils des KAV zur Festveranstaltung des LAV „100 Jahre Fischereiverein für die Provinz Sachsen, das Land Anhalt und angrenzende Staaten“, die am 01.Juni 2002 im Kulturhaus in Leuna stattfand, war unser Anglerheim auch Wirkungsstätte des Ältestenrates des KAV, der die Ausstellung zusammengestellt hat und damit die Veranstaltung wirksam unterstützt hat. Über diese Aktivitäten könnt ihr euch im Laufe des Nachmittages noch in den hier ausliegenden Dokumenten des KAV und Angelbüchern bzw. Alpen einzelner Sportfreunde informieren. Für die Koordinierung der Aktivitäten zur Vorbereitung des 50. Jahrestages des KAV sei an dieser Stelle unserem Chronisten und Vorsitzenden des Ältestenrates, Sportfreund Helmut Wald, noch einmal recht herzlich gedankt.


Es ehrt unseren Verein ganz besonders, dass solche Repräsentanten, wie Hans Knopf, Willi März, Veit Nagel und Ernst Bachmann für ihr Wirken in diesen 50 Jahren und darüber hinaus mit der höchsten Auszeichnung, dem Goldenen Ehrenzeichen des DAV gewürdigt wurden. Mit der Ehrenmitgliedschaft im LAV wurden Gerhard Bärwald und Heinrich Ramisch ausgezeichnet. Kein anderer Verein hat eine solche Anzahl herausragender Angler- Persönlichkeiten hervorgebracht.


Durch einen weiteren Ausbau unserer Möglichkeiten an den Stützpunkten, die sich aus der geschichtlichen Entwicklung unseres Vereins ergeben haben, wie zum Beispiel Döllnitz, Teutschenthal, Brachwitz, Morl und Nauendorf, wollen wir unsere Arbeitsbedingungen schrittweise weiter verbessern. Dabei kommt es darauf an, die Zentren in den einzelnen Ortschaften besser miteinander zu vernetzen, gegenseitig zu wetteifern, Erfahrungen untereinander auszutauschen und gute Ergebnisse noch stärker für die Verbandsarbeit zu nutzen. Dazu wollen wir als Kreisanglerverein den Gruppen die nötige Hilfe und Unterstützung geben.


Werte Anwesende !


Im Jahr 1998 wurde durch den Vorstand der Gewässerbetreuungsplan neu beschlossen. Den einzelnen Gruppen wurden die unserem KAV vom LAV zur Betreuung übertragenen Gewässer zugeordnet. Ich denke das war der richtige Weg in die richtige Richtung.


Konkrete Verantwortlichkeiten an unseren Gewässern tragen dazu bei, dass es uns immer besser gelingt, saubere Gewässer zu haben.


Dort, wo das nicht funktioniert, müssen wir über die Wahrnehmung der Verantwortung durch einzelne Gruppen nachdenken und gegebenenfalls eine neue Zuordnung der Gewässer vornehmen.


Ich mache auch keinen Hehl daraus, wenn ich sage, dass es einige wenige einzelne Angler gibt, die sich mit sauberen Gewässern nicht anfreunden können und daher nicht mehr benötigte Utensilien nach einem Angeltag einfach achtlos am Gewässer zurück lassen. Hinzu kommen dann noch die Sachen von Badegästen, die unsere Gewässer im Sommer aufsuchen und so entstehen dann schnell Müllberge. Säckeweise wird dort Müll bis zum Ende eines Jahres durch uns entsorgt und unser Sportwart des KAV und Vorsitzender vom AV Morl, Lutz-Peter Rudolf, kann bei einigen Gewässern in Beidersee ein Lied davon singen, auch wenn der überwiegende Teil der Hinterlassenschaften nicht von den Anglern stammt.


Wir haben uns verpflichtet, anders gesagt, es ist unsere Philosophie, Umweltschützer zu sein und mit der Natur im Einklang zu leben, keine Umweltschäden zuzulassen. Daher müssen wir mit diesen Leuten Fraktur reden, dass es nur miteinander geht und nicht gegeneinander.


Wollen wir zulassen, dass man jährlich durchgeführte 12.000 Arbeitsstunden, das sind 60.000 € freiwillige Arbeit, wenn man die Stunde nur mit 5 € ansetzt, die wir an unseren Gewässern leisten, wieder zunichte macht ? >


Wollen wir, dass man über unsere Aufwendungen für Fischerei, Fischbesatz und Gewässerunterhaltung in Höhe von mehr als 11.000 € im Jahr kein Wort verliert ? Ist es in unserem Interesse, dass über einen kontinuierlichen Fischbesatz in den letzten 8 Jahren in Höhe von mehr als 40.000 € nicht gesprochen wird ?


Ich denke nein !


In der Öffentlichkeit werden wir daran gemessen, wie unsere Gewässer aussehen. Sind diese in Ordnung, ist auch das Verhältnis zur Anglerschaft in Ordnung. Sehen diese aus wie Müllhalden, ist das Verhältnis zur Anglerschaft gespalten. Dieser engen Gradwanderung in der Öffentlichkeit müssen wir uns stellen und wir müssen uns auch konsequenter von den wenigen schwarzen Schafen in unseren Reihen trennen. Wer die Satzung und Verbandsordnungen, die Gesetze und Rechtsverordnungen nicht einhält, hat in unserer Anglergemeinschaft nichts zu suchen !


Liebe Sportfreunde !


Ein wesentlicher Faktor der Verbesserung der Wirksamkeit unseres Vereins nach Außen war die Möglichkeit, in den zurückliegenden Jahren über ABM- Maßnahmen „55 plus“ Hilfe und Unterstützung zu erhalten. Die ABM- er, insbesondere Sportfreund Lose, haben uns sehr geholfen. Denn die Gewässer des DAV sind unser „Sportplatz“ und wir hatten auch mit dem alten Kreissportbund Saalkreis, über den diese Maßnahmen liefen, einen guten Kontakt. Für einen nur geringen finanziellen Eigenanteil wurden die Lohnkosten bei Erfassung des Stundenaufwandes durch unseren Geschäftsführer über den KSB abgerechnet und von dort bezahlt.


Leider mussten wir als LAV und auch als KAV wegen einer falschen Verbandspolitik des LSB aus dem LSB und KSB austreten. Wir haben danach die Vereinsförderung im LAV auf eigene Füße gestellt und mit den eingesparten finanziellen LSB- Mitgliedsbeiträgen fördern wir uns nun selbst. Dabei sind weitere sowie neue Ideen gefragt und diese sollen gewinnbringend für alle Beteiligten umgesetzt werden. An dieser Stelle möchte ich mich besonders beim LAV für die Projektförderungen der letzten Jahre bedanken. In 5 großen Projekten haben wir über 50 T€ umgesetzt.


Wenn ich an anderer Stelle bereits die gute Zusammenarbeit mit der Unteren Fischereibehörde, für die ich im Namen der gesamten Anglerschaft besonders Hans Stöhr und Detlef Bublitz danken möchte, erwähnt habe, so gibt es inzwischen auch neue Denkansätze mit der Naturschutzbehörde im Saalekreis. Im vergangenen Jahr konnten wir das gemeinsame Projekt „Anglerparkplatz und Rastplatz“ am Saale- Altarm „Stollen“ in Wettin und am dortigen Internationalen Saale- Radwanderweg mit der Unterstützung durch die Bürgermeisterin der Stadt Wettin-Löbejün, Frau Antje Klecar, und mit der Unterstützung durch den Ortsbürgermeister von Wettin, Herrn Volker Härzer, erfolgreich abschließen. Dabei haben wir bewiesen, dass sich das Angeln und andere Nutzungen nicht zwangsläufig gegenseitig ausschließen müssen.


Bei der Ausweisung von neuen Schutzgebieten müssen wir in Zukunft verstärkt in den Auslegungsverfahren, Diskussionsrunden und Gesprächen vor Ort schon im Vorfeld durch die Vorsitzenden unserer Gruppen und Vereine mitwirken und unsere Stimme laut erheben. Gute Beispiele, wo wir rechtzeitig Nachteile für unseren Verein verhindern konnten, waren der „Saale- Altarm Dobis“ oder der „Steinbruch Trebitz“ oder der „Entenfang“ am Großen Mäander bei Bennstedt/ Langenbogen. Hier haben wir jeweils gültige Fischereipachtverträge erhalten.


Insgesamt sieht die Situation bei den Pachtgewässern in unserem Einzugsbereich des Saalekreises (Alt- Saalkreis) nicht schlecht aus. Wir haben rund 100 ha Stillgewässer, als Fließgewässer die Saale und die Salza im nördlichen Teil des Saalekreises unter Betreuung sowie die Fuhne als Grenzfluss zu den Nachbarkreisen im Norden im Rahmen des Gemeinsamen Gewässerfonds des LAV zur Mitnutzung. Durch eine Vielzahl von 42 Stillgewässern ist die Streubreite und Nutzungsmöglichkeit für unsere Angler sehr groß. Ein Hauptgewicht für die Zukunft sind die anglerische Gestaltung der Kiesgruben in Plötz und in Landsberg, als unsere größten stehenden Gewässer (Stillgewässer) mit jeweils 20 ha Gewässerfläche. Im Raum Halle/ Saalekreis werden sich bis zum Jahr 2030 durch die Renaturierung der Braunkohlentagebaue bei Merseburg am Geiseltalsee und durch die Schließung von Kiestagebauen und Steinbrüchen die anglerischen Bedingungen und Möglichkeiten in unserem unmittelbaren Umfeld schrittweise noch weiter verbessern.


Durch die Kraft unserer Gemeinschaft von 40.000 Anglern im LAV Sachsen-Anhalt haben wir finanziell die Möglichkeit, den Gemeinsamen Gewässerfonds zu erhalten und weiter auszubauen. Daher ist es zwar im Einzelfall schmerzlich, ein lieb gewonnenes Gewässer an den Naturschutz zu verlieren, die weitere Ausübung unseres schönen Natur-, Freizeit- und Angelerlebens ist aber dadurch in unserem Einzugsbereich in den nächsten Jahrzehnten nicht gefährdet.


Erfreulich ist, und so zeigt es die Statistik, dass wir die Aufwendungen für Fischbesatz in unseren Gewässern in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich erhöhen konnten.


Durch die Neugliederung der Gewässerwirtschaft hat sich der Spielraum unseres Vereins bei der Auswahl der Mittel für Fischbesatz und für Gewässerpflegemaßnahmen deutlich erhöht. Entsprechend den örtlichen Gegebenheiten entscheiden wir selbst über die Anteile Fischbesatz und Gewässerpflege, welches bei Bedarf eine Konzentration von Mitteln auf Schwerpunktprojekte ermöglicht. Eines ist ganz klar – bei Fischbesatz hilft viel nicht immer viel !
Fischbesatz muss sich an der natürlichen Reproduktionsfähigkeit eines Gewässers ausrichten. Überbesatz bringt nicht die erhofften Zuwachsraten, sondern führt dann in den Sommermonaten eher zu Fischsterben und/ oder zu Verbuttung.


In unserem Finanzplan nimmt die Gewässerwirtschaft den größten Posten ein. Dafür hat sich der Gemeinsame Gewässerfonds und seine Bewirtschaftung mit den im LAV zentralisierten Mitteln als sehr vorteilhaft erwiesen. Diese Mittel haben sich wie folgt entwickelt:


Von 1994 bis 1998 wurden durch uns insgesamt 26.000 DM aufgewendet. Bereits in der Wahlperiode von 1998 bis 2002 wurden für 10.000 DM (Euro wurden zur Vergleichbarkeit in DM umgerechnet) mehr Fischbesatz realisiert. Heute haben wir allein im Jahr 2013 für Fischbesatz und Gewässerpflege finanzielle Mittel in Höhe von 11.760 € geplant. Mit diesen Maßnahmen unternehmen wir alle Anstrengungen, die anglerische Vielfalt unserer Gewässer zu bewahren und einen gesunden, artenreichen Fischbestand zu erhalten.


Liebe Sportfreunde !


Bis jetzt habe ich ausschließlich über die ganzen Rahmenbedingungen für das Angeln gesprochen und noch keine Bilanz gezogen, inwieweit der Kreisanglerverein Saalkreis auf angelsportlichem Gebiet national und international erfolgreich gewesen ist.


Meine Ausführungen dazu bringe ich nicht erst jetzt, weil wir vielleicht so schlecht sind und es keiner Erwähnung bedarf. Nein, ganz im Gegenteil. Wir müssen uns nicht verstecken.


Der Sportfreund Bernd Bormann hatte einmal die Angelhistorie beleuchtet. Seit dem Jahr der Gründung konnte sich der KAV auf sportlicher Ebene gut entwickeln.


Durch Erfolge im Bereich der Vielseitigkeitsprüfung wurde der Saalkreis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Dies ist vor allem den Gruppen und Vereinen von Nauendorf, Löbejün, Brachwitz, Morl und Salzmünde zu verdanken, welche das Niveau im Saalkreis hoch halten. Das gilt für die bereits genannte Vielseitigkeitsprüfung, aber auch für alle anderen sportlichen Aktivitäten im KAV. Auch bei einem Neueinstieg im Casting der Jugend konnten wir gute Erfolge verzeichnen. Dafür stehen die Gruppen Salzmünde, Löbejün, Nauendorf und Morl, aber auch in Döllnitz gibt es solche Aktivitäten. Als Sportler waren Tom Zander und Fredo Hartung erfolgreich.


Andere, wie zum Beispiel Wolfgang Maisel, alias Wolfgang Otto, der uns zu unserem 40. Jahrestag zusammen mit seiner Ehefrau Jana Maisel, der Spitzencasterin und Weltmeisterin aller Zeiten, bereits die Ehre gab, haben ihre internationale sportliche Entwicklung hier bei uns, im KAV Saalkreis begonnen.


Weitere hoffnungsvolle Sportfreunde unserer Jugend bei Kreismeisterschaften, bei Landesmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften sind: Anne Röder, Collin Berger, Erik Berger, Johannes Wollmann und Tizian Taube. Für die verantwortungsvolle Arbeit möchte ich an dieser Stelle auch unserem Jugendleiter des KAV, Volker Berger, danken und für die Zukunft alles Gute wünschen.


Und nicht zuletzt möchte ich auch das Friedfischangeln erwähnen. Im Hegeangeln des LAV konnte sich der Sportfreund Bernd Bormann als Auswahlkader von Sachsen-Anhalt und Trainer entwickeln. Im Meeresangeln (Brandung) war der Sportfreund Richter sehr erfolgreich. Ich bin sicher, dass wir in der Zukunft noch mehr große Erfolge auf diesem Weg erreichen werden.


Im Jahr 2013 haben wir, wie bekannt, 2 zentrale Veranstaltungen des LAV an der Saale in unserem Einzugsgebiet auszurichten. Es handelt sich dabei um die Landesmeisterschaft in der Vielseitigkeitsprüfung und um das Zentrale Jugendlager des LAV. Zur Wertung der sportlichen Aktivitäten kann ich hier berichten, dass sämtliche Veranstaltungen, die in unseren jährlichen Sport- und Arbeitsplänen verankert sind, auf einem hohen sportlichen Niveau stattgefunden haben und stattfinden. Das ist gut so, machen wir doch mit solchen Aktivitäten den Angelsport immer beliebter und unseren Verein für eine Mitgliedschaft immer attraktiver.


Selbstverständlich möchte man solche guten Ergebnisse auch gebührend in der Presse dokumentiert wissen und da war das Echo in der Vergangenheit doch recht unterschiedlich. Auch wenn wir mit den Berichterstattungen nicht immer ganz einverstanden waren, so waren sie doch eine große Hilfe zur Darstellung der Vereinsaktivitäten in der Öffentlichkeit. Einzelne Gruppen und Vereine wie Brachwitz, Nauendorf und Morl nutzen schon sehr gut die Amtsblätter in unseren neuen Einheitsgemeinden zur Darstellung der Vereinsaktivitäten.


An die Presse gerichtet möchte ich ganz eindeutig sagen: Bei unseren Hegeangelveranstaltungen geht es nicht um ein „Wettangeln“ und um die Jagd nach dem Fisch. Es geht ganz einfach darum, einen der Größe und Beschaffenheit des Gewässers angepassten, artenreichen, gesunden, ausgeglichenen und naturnahen Fischbestand zu erhalten oder aufzubauen. Die gefangenen Fische werden entweder als Lebensmittel zum Verzehr verwertet oder als Fischbesatz für andere Gewässer genutzt. Es besteht eine Hegepflicht und die Notwendigkeit der Erstellung eines Hegeplanes nach §§ 41, 42 FischG. Hegeangelveranstaltungen sind gerade in ausgebauten Flüssen oft die einzige wirksame Methode, um regulierend einzugreifen und Fischbesatz zu gewinnen. Verwendet man dabei das Wort „Angelsport“, so bezieht sich das nicht, wie von Natur- und Tierschützern oft fälschlich verstanden, auf den Umgang mit der Kreatur „Fisch“, sondern auf die meisterhafte Anwendung der Gerätetechnik, die Bewegung an frischer Luft und die Erholung in der freien Natur.


Diese Sichtweise kam bereits in unserem Positionspapier des LAV „Naturschutz und Fischerei“ vom 20.05.1997 zum Ausdruck, welches damals von der Umweltministerin von Sachsen-Anhalt, Frau Heidecke, unterschrieben wurde. Der Landesanglerverband hat erfolgreich auf diesem Grundsatzpapier aufgebaut und er ist inzwischen der zahlenmäßig größte, in Sachsen-Anhalt anerkannte Naturschutzverband geworden.


Wir sollten daher auch für die Zukunft an Bewährtem festhalten, dieses ausbauen und weiterentwickeln. Natürlich sollten wir auch immer auf der Suche nach etwas Neuem sein, wie man das Vereinsleben noch interessanter machen kann.


Aus meiner Sicht war es daher auch eine richtige Entscheidung, als wir 1998 und 2003 den Ersten und den Zweiten Kreisanglerball durchführten. Die Anglerschaft war einmal auf einer ganz anderen Bühne; nicht am Gewässer im Angler- Outfit, nein, mit Schlips und Kragen in einem Tanzsaal. Anlass waren damals der 35. und der 40. Jahrestag des KAV. Der 40. Jahrestag des KAV war auch deshalb ein besonderer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte, weil wir uns zu diesem Anlass eine wertvolle Ehrenfahne des KAV gestiftet haben. Mit der feierlichen Fahnenweihe an diesem Tag, die durch den langjährigen damaligen Präsidenten des LAV, Hans-Peter Weineck, vorgenommen wurde, wurde ein solcher Akt erstmals in der Geschichte des LAV Sachsen-Anhalt e.V. vollzogen.


In diesem Jahr machen wir es einmal ganz anders und treffen uns alle zu einem Sommerfest auf dem Gelände des Anglerheimes in Brachwitz/ Morl. Auch das ist eine Form, den 50. Jahrestag des KAV würdig zu begehen.


Eingehen möchte ich noch kurz auf die Teilnahme unserer Kinder und Jugendlichen an den Jugendlagern des DAV, des LAV und an unserem eigenen Jugendlager in den Sommerferien an den Seilbahngewässern und in unserem Anglerheim in Brachwitz. Diese Möglichkeit des Lernens und Erholens in der Natur wird durch den Anglernachwuchs landesweit sehr gut angenommen.


Durch solche Aktivitäten leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Jugendarbeit. An mehreren Tagen wird den Kindern und Jugendlichen rund um die Uhr in Theorie und Praxis unser schöner Angelsport auf allen Gebieten erläutert, konkret am Gewässer erlebt und wir ziehen dabei auch den Nachwuchs heran, den wir künftig für Leitungsfunktionen brauchen.



Werte Anwesende !


Lassen Sie mich zum Schluss meiner Ausführungen noch eines sagen: Wir stehen als Kreisanglerverein Saalkreis e.V. auf finanziell soliden Füßen und wir haben eine gute Rücklage zur Erfüllung künftiger Aufgaben gebildet.


In den letzten Jahren haben wir versucht, die Kluft zwischen Naturschützern und Anglern zu schließen, eine Kluft, die meiner Meinung nach gar nicht existieren dürfte.


Lassen Sie uns gemeinsam in eine gute Zukunft blicken und alles daran setzen, dass unsere Angler auch weiterhin in einem soliden Gewässerfonds angeln gehen können.


Bei dem, was wir in den vergangenen 50 Jahren geleistet haben, getragen von einer starken Gemeinschaft Gleichgesinnter, muss uns vor den künftigen Aufgaben nicht bange sein.


Ich bin der Auffassung, dass Angeln eben mehr ist, als nur Fische aus dem Wasser zu ziehen. Wir bieten einer großen Zahl von Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten eine Heimstatt, das gemeinsam verbindende Hobby auszuleben und auch selbst mitzuhelfen, die Grundlagen dafür ständig zu verbessern.


In diesem Sinne darf ich uns allen für die kommenden Aufgaben, die vor uns liegen, alles Gute, vor allen Dingen Gesundheit und jetzt einen schönen gemeinsamen Nachmittag wünschen.


Auf unser Geburtstagskind, den Kreisanglerverein Saalkreis, ein dreifaches


Petri Heil ! Petri Heil ! Petri Heil !




Ernst Bachmann

Vorsitzender KAV